Noah Sow: Strukturell dominanter Diskurs am Beispiel deutscher Medien

Gleichberechtigung wird in unserer Gesellschaft momentan offiziell affirmiert, in der Umsetzung werden jedoch noch wichtige Schritte versäumt. Dominanter Diskurs wird tradiert und praktiziert, bleibt dabei gleichzeitig unausgesprochen und umso wirksamer.
Der Vortrag versucht, Medienschaffenden und kritischen Rezipient_innen notwendiges Grundwissen zu liefern für das Erkennen struktureller Eigenschaften dominanten wie gleichberechtigten Diskurses, sowohl theoretisch als auch anwendbar.

Welche Praktiken und Gepflogenheiten halten wir für „normal“? Sind diese geeignet, ein Ungleichgewicht in der Gesellschaft herzustellen oder zu erhalten? Nennen wir sie dann noch „normal“?
Traditionelle, oft als „willkürlich“ empfundene Instrumente des dominanten Diskurses fügen sich bei genauerer Betrachtung zu einem Gesamtbild zusammen, das nicht zielgerichtet intendiert sein mag, dennoch aber unmittelbar dazu geeignet ist, eine gleichberechtigte Medienöffentlichkeit zu verhindern. Das Verstehen der Strukturen, die solche Publikationen oder Aussagen gemeinsam haben, löst ihre Maskierung als „Einzel-Erscheinungen“ oder unhinterfragter „Usus“ auf: Wir erkennen, dass es sich um Platzzuweisungen handelt, um die Festigung von Hierarchiestrukturen, die einer jeweils dominanten Gruppe nützen. Sie sind damit immer auch Vehikel zum Erhalt dieser Dominanz.

Anhand von sieben unterschiedlichen Merkmalen wird erläutert, welche strukturellen Eigenschaften auf einen dominanten Diskurs hinweisen.
„7 Empfehlungen und Strategien für gleichberechtigten Diskurs“ bieten Menschen eine Hilfestellung, die sich für eine gleichberechtigte Öffentlichkeit einsetzen wollen.
Weiterführende Materialien können zusammen mit Literaturempfehlungen und einer Linkliste zur weiteren Recherche zuhause sowie als erste Materialsammlung genutzt werden.

Noah Sow ist freie Künstlerin und Kulturschaffende. Sie ist Autorin des Buches „Deutschland Schwarz Weiß“ und Vorsitzende der von ihr 2001 in Hamburg mitgegründeten media-watch-Organisation „der braune mob“.

Der Vortrag findet am Dienstag, 07. 06. um 16 Uhr im Festivalzelt statt.

Ein inhaltlich anschließender Workshop unter der Leitung von Serçe Öznarçiçeği bietet um 17.30 Uhr die Möglichkeit, sich mit eigenen Institutionen/Umfeldern zu beschäftigen.

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