Sakine Subaşı-Piltz: Antimuslimischer Rassismus – Eine Einführung

Edward Saïd hat 1978 sein Buch „der Orientalismus“ veröffentlicht und damit grundlegende Paradigmen europäischer und amerikanischer Diskurse im Bezug auf einen Großteil Asiens aufgedeckt. Der Islam und insbesondere die muslimische Frau sind feste Bestandteile dieser Diskurse, die seit dem 14. Jh., vor allem aber intensiv seit dem 18./19. Jh. die Perspektive von EuropäerInnen und seit dem 2. Weltkrieg auch den von AmerikanerInnen bestimmen. Dabei untersucht er sowohl politische, wie auch kulturhistorisch relevante Texte im Bezug auf den sogenannten Orient und deckt auf, dass das Gesagte über den Orient mehr über Europa aussagt als über den Orient selbst. Schließlich behauptet er, dass der Orientalismus „konstitutiv“ zur Kultur Europas gehöre, die erst dadurch „erstarkte und zu sich fand, indem sie sich vom Orient als einer Art Behelfs- und sogar Schattenidentität abgrenzte.“

Im Vortrag wird es vor allem um den Orientalismus als Vorläufer der heutigen Islamophobie gehen, um damit die (geo-)politischen und kulturimperialistischen Machtinteressen, die auch heute noch im Kontext von antimuslimischem Rassismus von Bedeutung sind, deutlich zu machen.

Sakine Subaşı-Piltz hat Pädagogik und Philosophie in Vechta studiert. Während ihres gesamten Studiums hat sie in der Psychiatrie gearbeitet und ihr Studium mit einer Arbeit über die Psychiatrie abgeschlossen. Nach dem Studium arbeitete sie als Streetworkerin in Bremen. Von dort ging sie mit einem Stipendium nach Paris und belegte interkulturelle Programme. Wieder zurück in Bremen arbeitete sie als freie wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu an der Universität Bremen insbesondere zu den Themen „Zwangsverheiratungen“ und Islamophobie“. Seit 2008 arbeitet sie an der Goethe-Universität Frankfurt an ihrer Dissertation zum Thema „feministischer Selbstkonzepte im Generationenverlauf von türkeistämmigen, muslimischen Frauen in Deutschland und Frankreich“.

Der Vortrag im Rahmen der Offenen Konferenz zu Antimuslimischem Rassismus findet am Donnerstag 02.06. um 16.30-17.30 Uhr im Raum P2 statt.

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